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Heiter bis wolkig |
20.04.2009 |
Die launischen Windverhältnisse sorgen vor Hyeres für zum Teil chaotische Zustände – während Delle Karth & Resch eine gute Nase haben, kommen die 470er Damen unschuldig zum Handkuss.
Die Nervenschlacht an der Cote d´Azur ging heute in die zweite Runde. Wieder sorgte Leichtwind - von dichten Regenwolken in seiner Richtung immer wieder stark beeinflusst – für extrem knifflige taktische Entscheidungen und zum Teil irreguläre Verhältnisse. Österreichs Segler hatten nur teilweise den richtigen Riecher, mischen beim Weltcup vor Hyeres allerdings weiter an der Spitze mit.
Nach ihrem gestrigen Sieg am Grünen Tisch – Sylvia Vogl und Carolina Flatscher gewannen ihren Protest gegen Stepanova/Lukashova (RUS) und rückten damit auf Platz zwei vorn – klappte auch am Wasser zunächst alles nach Wunsch. In Durchgang eins auf Rang acht wurden die Damen anschließend buchstäblich im Regen stehen gelassen. Nach einer vierstündigen Startverschiebung kam es auf der 470er Bahn doch noch zu einer weiteren Entscheidung, vorweggenommen eine, die der Wettfahrtleitung den Unmut der Aktiven einbrachte. Nach einer Runde aufgrund des sterbenden Windes verkürzt, stellte ein 60 Grad Winddreher das Klassement völlig auf den Kopf. Die Palma-Siegerinnen, als Fünfte bestens am Weg, kamen zum Handkuss und wurden auf Rang 24 durchgereicht. Zwar in bester Gesellschaft, „das nützt uns aber leider recht wenig“, so Vogl, die von einem schlechten Scherz sprach. „Die See war spiegelglatt, wir haben mit Müh und Not das Zeitlimit geschafft, das sagt im Prinzip eh schon alles.“ Zwischenzeitlich auf Rang sieben, allerdings mit lediglich fünf Punkten Rückstand auf Platz drei, bleibt das Duo voll im Rennen.
Österreichs Vize-Weltmeister, Nico Delle Karth und Niko Resch, arbeiten sich am zweiten Qualifikationstag auf Platz sechs vor. Heute auf den Rängen drei, fünf, sieben und fünf bleiben die Miami-Sieger mit nur vier Punkten Rückstand auf die Top drei ebenfalls im Spiel um einen Spitzenplatz. „Die Möglichkeiten eines Ausrutschers waren aufgrund der Verhältnisse durchaus gegeben, wir haben nicht unser letztes Hemd riskiert, sind taktisch eher konservativ geblieben und mit einer konstant starken Serie belohnt worden. Unsere Chancen sind absolut in Takt, in der Tonart kann es durchaus weitergehen“, sind sich Vorschoter Resch (25) und sein Tiroler Steuermann, die auf ihrer Bahn noch am wenigsten Chaos vorfanden, einig.
„Ein Katastrophentag, wir sind sehr frustriert, viel mehr gibt es nicht zu sagen.“ Matthias Schmid stand die Enttäuschung nach der heutigen Leistung und den Plätzen 26 und 21 ebenso ins Gesicht geschrieben wie Florian Reichstädter. „Wir haben gestern lange diskutiert, beschlossen unseren konservativen Pfad zu verlassen und offensiver zu segeln und dann das.“ Die Weltcup-Dritten zogen bei den vielen Winddrehern eine taktische Niete nach der anderen und müssen nun den Vorwärtsgang einlegen, um noch in die Gold Flotte zu segeln. Andernfalls wäre der Traum vom Medal Race schon Morgen ausgeträumt.
Florian Raudaschl muss überhaupt die Segel streichen, der Finnsegler tritt aufgrund seiner schweren Angina die Heimreise an. In Durchgang drei noch hervorragender Siebenter, mangelt es dem 30-Jährigen „an der Kraft und auch Konzentration, unter diesen Umständen macht Spitzensport keinen Sinn.“ Es sei zwar bitter, denn auch hier wäre ein Spitzenplatz möglich gewesen, allerdings dauert die Saison noch lange. „Ich habe alles probiert, möchte die Sache aber kein zweites Mal übergehen.“
Morgen wird die 41. Auflage der Semaine Olympique Francaise mit dem dritten und letzten Qualifikationstag fortgesetzt.
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