Austrian Olympic Classes - Sailing Nationals 2010
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Um des Königs Gunst

08.04.2009

Mit der Trofeo S.A.R. Princesa Sofia Trofeo feiert der neu installierte ISAF Sailing World Cup in Europa Premiere. Österreichs Olympiaflotte will an die Übersee-Erfolge anknüpfen und zeigt sich durchwegs optimistisch.

Neun olympische Bootsklassen, 780 Teilnehmer, 580 Boote, 48 Nationen – das die Eckdaten der Palma-Regatta, die am 5. April mit den ersten Wettfahrten beginnt und traditionell unter der Patronanz des spanischen Königshauses steht. Zum insgesamt 40. Mal wird um den Handschlag von König Juan Carlos und dessen Gattin Sophie, die am 10. April die Siegertrophäen überreichen, gewetteifert. Österreich ist durch zehn Segler vertreten, neben dem gesamten OESV-Olympiakader hat der heimische Verband mit Veronika Haid (Laser R) und Matthias Sailer (Laser) auch zwei Nachwuchshoffnungen nominiert. In der 49er und 470er Klasse werden nach den glorreichen Miami-Taten Podestplätze offen ausgesprochen, der Rest der Flotte hält sich eher bedeckt.

Laser-Ass ANDREAS GERITZER, mittlerweile zweifacher Familienvater, kehrt nach den China-Spielen wieder in den Rennzirkus zurück und zeigt sich voller Tatendrang. „Die Pause war notwendig und hat sehr gut getan, jetzt wird es aber Zeit, dass es wieder losgeht.“ In der Vorbereitung hinterließ der Olympia-Zweite von 2004 einen starken Eindruck, vor allem die Bootsgeschwindigkeit war ganz nach dem Geschmack des 30-jährigen Neusiedlers, der mit JÜRGEN BRANDSTÖTTER einen zusätzlichen Betreuer im Boot hat. Ob in der 159 Starter großen Monster-Feldes nach der knapp sechsmonatigen Pause ein Spitzenplatz möglich ist? „Primär ist es eine Standortbestimmung, aber aufgrund der guten Trainingsleistungen sollte das Medal Race möglich sein.“

In der 49er Klasse brennen gleich drei Fragen unter den Fingernägel: Wie belastbar ist der um acht Zentimeter längere Karbonmast, wie funktionell sind die um 1,5 Quadratmeter größere Segel, und kann Darren Bundock auch im Skiff gewinnen? Die Tatsache, dass der Australier, Tornado Olympia-Zweiter vor Sydney und Qingdao, Landsmann und 49er Weltmeister Nathan Outteridge seinen Vorschoter Ben Austin ausgespannt hat zeigt, dass es der Umsteiger ernst meint. „Ich glaube nicht, dass er uns schon jetzt das Leben ähnlich schwer machen wird wie in Tornado-Zeiten Roman und Hans Peter, aber auf Dauer wird mit ihm wohl zu rechnen sein“, vermutet NICO DELLE KARTH, der dem neuen Klassen-Material noch nicht ganz über den Weg traut. „Im Training hatten fast alle Probleme und mussten die Masten tauschen. Man wird die Belastbarkeit im Rennen abwarten müssen, um das neue Set-up auch tatsächlich beurteilen zu können.“ So oder so wollen die Sieger von Miami neuerlich auf das Podest. „Eine andere Zielsetzung“, so Vorschoter NIKO RESCH, “wäre Tiefstapelei.“

Auch SYLVIA VOGL und CAROLINA FLATSCHER definieren einen Podestplatz als Ziel, „allerdings haben sich im Training einige neue Gesichter gezeigt, einen Teil unserer Konkurrentinnen können wir noch nicht ganz einschätzen.“ Besonders gespannt darf man auf das Debüt der Clarks sein. Saskia, gemeinsam mit Christina Bassadone im Vorjahr Olympia-Sechste, sitzt nun mit Schwester Penny in einem Boot. Der Sieg führt für Vogl aber über die Weltranglisten-Zweiten, Ingrid Petitjean und Nadège Douroux aus Frankreich. „Die letzten Wochen sind anstrengend, aber sehr positiv verlaufen. Wir haben perfekt trainiert, sind gut drauf und haben allen Grund, optimistisch zu sein.“

Auch MATTHIAS SCHMID und FLORIAN REICHSTÄTTER legen sich die Latte hoch. Zum einen aufgrund der Top-Leistung vor Miami – „der dritte Platz war wirklich ein genialer Saisonstart“ – zum anderen wegen der konstant starken Trainingsleistungen. „Wir wissen um unsere gute Form Bescheid und segeln wieder voll auf Angriff.“ Das Medal Race der Top ten sollte in jedem Fall möglich sein. „Der Rest bleibt abzuwarten, es sind auch bei uns eine Menge unbekannte Gesichter am Kurs, zudem liegt uns das Revier im Gegensatz zu Miami oder Hyeres nicht unbedingt.“ Peter Krimbacher, Erfolgstrainer von Christoph Sieber und zuletzt an der Seite von Delle Karth & Resch, wird die heimischen 470er Herren vor Palma erstmals betreuen.  

Für FLORIAN RAUDASCHL hängen die Trauben ein wenig höher. Der 30-jährige Wolfgangseer, der den Winter über in Europa trainiert, und dabei hoch dekorierte Sparringpartner zum Teil recht alt aussehen hat lassen, liebäugelt mit dem Medal Race. Kein leichtes Unterfangen, mit Ausnahme von Olympiasieger Ben Aislie ist so gut wie die komplette Finn-Elite vor Ort, zudem plagt Raudaschl eine schwere Erkältung. Ab Freitag vor Ort, bezeichnet der Segelmacher sein neu entwickeltes Tuch als „Geheimwaffe, über mangelnde Bootsgeschwindigkeit konnte ich mich zuletzt nicht beklagen.“

OESV Sport-Koordinator GEORG FUNDAK hofft auf „zumindest zwei Top-Sechs Platzierungen“ und begründet seine, aufgrund der letzten Erfolge doch eher vorsichtige  Prognose mit der durchwegs starken Besetzung und der Tatsache, dass sich „auf dem Materialsektor einiges getan hat.“ Der gebürtige Ungar, erst vor kurzem in die ISAF Olympic Commission berufen, ist die gesamte Woche vor Ort und wird vom Motorboot aus auch Veronika Haid und Matthias Sailer über die Schultern schauen. „Für sie ist es eine internationale Feuerprobe, sie sollen ohne Druck agieren.“

Die erste Wettfahrt startet am Palmsonntag, die finalen Medal-Race Entscheidungen werden am 10. April ausgesegelt.



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